{"id":137,"date":"2013-09-09T19:45:34","date_gmt":"2013-09-09T23:45:34","guid":{"rendered":"http:\/\/adornostudies.wordpress.com\/?p=137"},"modified":"2013-09-09T19:45:34","modified_gmt":"2013-09-09T23:45:34","slug":"cfp-powerless-longing-the-loss-of-utopian-thinking-in-late-modernity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adornostudies.org\/?p=137","title":{"rendered":"CFP: Powerless Longing, The Loss of Utopian Thinking in Late Modernity"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:left;\" align=\"center\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.adornostudies.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/utopiebanner.gif?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-138\" alt=\"UtopieBanner\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.adornostudies.org\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/utopiebanner.gif?resize=529%2C244&#038;ssl=1\" width=\"529\" height=\"244\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align:left;\" align=\"center\">Sebastian Tr\u00e4nkle (Berlin) has written to us asking that we post the following CFP. It is in German, and looks like a fantastic event. The website for the event is located <a href=\"http:\/\/ohnmaechtige-sehnsucht.blogspot.de\" target=\"_blank\">here.<\/a><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Ohnm\u00e4chtige Sehnsucht. Zum Verlust utopischen Denkens in der Sp\u00e4tmoderne<\/b><\/p>\n<div>Max Horkheimer beschrieb die fr\u00fchneuzeitliche Utopie \u00bbals Ausdruck ohnm\u00e4chtiger Sehnsucht\u00ab, weil in der Epoche ihrer Entstehung die materiellen Mittel zur Realisierung der Gesellschaftsentw\u00fcrfe nicht zur Verf\u00fcgung standen. In der sp\u00e4tmodernen Gegenwart hingegen ist es weniger der Mangel an Mitteln als das Schwinden des \u00bbM\u00f6glichkeitssinns\u00ab (Robert Musil), das die Menschen zur Ohnmacht verdammt. <!--more-->Was Theodor W. Adorno in einem Radiogespr\u00e4ch mit Ernst Bloch bereits 1964 als \u00bbseltsame Schrumpfung des utopischen Bewusstseins\u00ab problematisierte, scheint heute im Verschwinden jeglichen utopischen Denkens zu terminieren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die Ersch\u00f6pfung utopischer Phantasie steht in engem Zusammenhang mit der Aufgabe der Idee gesellschaftlichen Fortschritts. In der Moderne wurde der Zeit selbst eine utopische Kraft zugesprochen; ihr Fortschreiten sollte die Differenz zwischen gegenw\u00e4rtiger Verhei\u00dfung und zuk\u00fcnftigem Eintritt in eine bessere Welt aufheben. Die postmodernen Erkl\u00e4rungen des Endes der \u00bbgro\u00dfen\u00ab fortschrittsorientieren Erz\u00e4hlungen (Jean-Fran\u00e7ois Lyotard) oder des Eintritts in die \u00bbRisikogesellschaft\u00ab (Ulrich Beck) antizipieren die Zukunft nur noch als andere, nicht mehr als m\u00f6gliche bessere. Weil sie notwendig den Erwartungshorizont der Gegenwart sprengt, erkl\u00e4rt die Systemtheorie die Zukunft gar zur \u00bbkonkreten Anti-Utopie\u00ab (Armin Nassehi). Wie wenig die historische Entwicklung der Fortschrittsidee entspricht, haben sp\u00e4testens die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gezeigt. \u00bbDass es \u203aso weiter\u2039 geht\u00ab, schrieb Walter Benjamin in diesem Sinne bereits in den 1930er Jahren, \u00bb<i>ist<\/i>\u00a0die Katastrophe\u00ab. Formulierten Benjamin und die eingangs genannten Autoren der<i>\u00a0Dialektik der Aufkl\u00e4run<\/i>g ihre Kritik am teleologischen Geschichts- und Fortschrittsdenken noch mit der Intention, die M\u00f6glichkeit einer anderen Gesellschaft zu retten, werden die bestehenden Verh\u00e4ltnisse in zahlreichen postmodernen Gegenwartsdiagnosen ontologisiert.\u00a0Wenn in der Gegenwart \u00fcberhaupt \u00bbgro\u00dfe Erz\u00e4hlungen\u00ab formuliert werden, dann tragen diese eher apokalyptische Z\u00fcge:<b>\u00a0<\/b>Einem realpolitischen Bewusstsein, das sich mit Umweltzerst\u00f6rung, Naturkatastrophen, \u00bbDemokratieverdrossenheit\u00ab, politischen Steuerungsproblemen und mit einem krisenhaften \u00f6konomischen System auseinandersetzt, stehen sozialphilosophische Theorien vom \u00bbEnde der Geschichte\u00ab und vom \u00bbTod des Subjekts\u00ab zur Seite.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Utopisches Denken hatte die abendl\u00e4ndische Geschichte zwar bereits seit Platons\u00a0<i>Politeia<\/i>\u00a0gepr\u00e4gt, es gewann jedoch erst mit der modernen Entdeckung der Gestaltbarkeit von Zukunft formgebende Kraft. Auch jenseits expliziter Utopie-Entw\u00fcrfe ist utopisches Denken aus dem politischen und kulturellen Selbstverst\u00e4ndnis der Moderne nicht wegzudenken. Vor diesem Hintergrund m\u00f6chte die Konferenz \u00bbOhnm\u00e4chtige Sehnsucht\u00ab der Frage nachgehen, welche Konsequenzen sich aus dem tendenziellen Verlust utopischen Denkens f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Gesellschaft ergeben. Was bedeutet es, mit den utopischen Horizonten auch jegliche Entwicklungsperspektive zu verlieren? Welche gesellschaftlichen Prozesse bedingen diesen Wandel? Wie wird er theoretisch reflektiert, inwiefern wird er affirmiert und welche Konsequenzen ergeben sich hieraus f\u00fcr kritisches Denken?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Diesen und anderen Fragen wird sich die Konferenz im Rahmen verschiedener Panels zu Phantasie und Kunst, Utopie und Terror, Politik und Ressentiment, Technikfetischismus und Geschichtslosigkeit sowie Messianismus und Religion widmen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Mit Beitr\u00e4gen von: Bini Adamczak (Berlin), Heiko Beyer (Leipzig\/G\u00f6ttingen), Iris Dankemeyer (Berlin), Alexander Garc\u00eda D\u00fcttmann (London), Anne Eusterschulte (Berlin), Nancy Fraser (New York), Russell Jacoby (Los Angeles), Richard Saage (Berlin), Alexandra Schauer (Berlin\/Jena), Matthias Schirren (Kaiserslautern), Christian Schmidt (Berlin), Christoph Schulte (Potsdam), Volker Wei\u00df (Hamburg)<\/div>\n<div>Organisation: Christoph Kasten, Doris Maja Kr\u00fcger, Alexandra Schauer, Sebastian Tr\u00e4nkle<\/div>\n<div>In Kooperation mit Anne Eusterschulte (Institut f\u00fcr Philosophie, FU Berlin)<\/div>\n<div><\/div>\n<div>1. bis 3. November 2013<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div>Veranstaltungsort:<\/div>\n<div>Institut f\u00fcr Philosophie<\/div>\n<div>Freie Universit\u00e4t Berlin<\/div>\n<div>Habelschwerdter Allee 30<\/div>\n<div>14195 Berlin<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Informationen:\u00a0<a href=\"http:\/\/ohnmaechtige-sehnsucht.blogspot.de\/\" target=\"_blank\">ohnmaechtige-sehnsucht.blogspot.de<\/a><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Um Anmeldung unter\u00a0<a href=\"mailto:ohnmaechtige.sehnsucht@gmail.com\" target=\"_blank\">ohnmaechtige.sehnsucht@gmail.com<\/a>\u00a0wird bis zum 20. Oktober 2013 gebeten.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sebastian Tr\u00e4nkle (Berlin) has written to us asking that we post the following CFP. 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